„Es ist, als hätte man ständig einen Therapeuten an seiner Seite“

von Andreas Nölting

Astrid Lübeck-Blasius spricht im Interview über ihre Erfahrungen mit Caspar und der digitalen Rehabilitation

Frage: Frau Lübeck-Blasius, wie lange nutzen sie schon Caspar und welche Erfahrungen haben Sie mit dem Programm gemacht?

Astrid Lübeck-Blasius: Als ich aus dem Krankenhaus in das Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) Trier gekommen bin und die ersten Übungen vor dem Computer machen sollte, dachte ich, das ist großer Unsinn. Mir war das Prozedere sogar ein wenig peinlich. Aber ich habe mitgemacht, soweit es mein Gesundheitszustand zuließ. Je intensiver ich mich mit Caspar beschäftigte, desto mehr gefiel mir das Programm und ich nahm gerne die Möglichkeit an, die Übungen zu Hause weiter zu machen. Als ich noch nicht soviel Erfahrung hatte, ist mir das Mitmachen noch etwas schwer gefallen. Aber das Schöne an dem Programm ist, dass ich mir aussuchen kann, welche Übung mir jetzt gut tut. Es gibt Übungen, die die Beweglichkeit verbessern und auch Entspannungsübungen. Es motiviert mich. Das Programm gewährleistet, dass ich keine wichtige Übung vergesse.

Astrid Lübeck-Blasius, Patientin ZAR Trier

Frage: Auf was für einem Gerät nutzen Sie Caspar?

Astrid Lübeck-Blasius: Auf einem Laptop. Nachdem ich alle therapeutischen Übungen gemacht habe, setze ich mich mit dem Laptop auf mein Bett und mache das autogene Training. Das habe ich erst in Trier kennengelernt, schnell Gefallen daran gefunden und mich darauf gefreut. Das ist sehr entspannend. Ich kann es jedem wirklich empfehlen.

Frage: Wie oft in der Woche nutzen Sie Caspar?

Astrid Lübeck-Blasius: Zwei bis dreimal in der Woche. Eine Session dauert ungefähr 1,5 Stunden. Wenn ich mir die Vorträge anhöre auch etwas länger.

Ich hatte einen Oberschenkeltrümmerbruch. Der wird mit viel Metall zusammengehalten. Bei Wetterumschwung habe ich mehr Schmerzen. Das Programm hilft mir bei der Behandlung mit verschiedenen Übungen. Es gibt Streckübungen, Dehnübungen, man kann das Training auch im Sitzen machen. Das ist alles perfekt. Und das Programm motiviert mich.

Frage: Sie waren erst im Krankenhaus. Dann sind Sie in der ambulanten Reha behandelt worden. Jetzt trainieren Sie zuhause mit Caspar. Ist die digitale Therapie für Ihre Genesung genauso wichtig wie die analoge?

Astrid Lübeck-Blasius: Oh ja. Zweimal in der Woche gehe ich zur Krankengymnastik und das Programm von Caspar nutze ich zwei bis dreimal in der Woche, sowie ich Zeit habe. Bei gutem Wetter gehe ich auch mal stattdessen spazieren. Das Gute an dem Programm ist, dass ich es dann nutzen kann, wenn ich dafür Zeit habe. Die Übungen absolviere ich sehr bewusst und ziehe sie durch. Das Training hat mir schon sehr viel geholfen. Ohne das Programm hätte ich die Übungen zu Hause vielleicht nicht gemacht.

Frage: Warum nicht?

Astrid Lübeck-Blasius: Es fällt schwer, aufgetragene Übungen regelmäßig zu absolvieren. Mit dem Programm geht es wie automatisch. Ich werde durch alle Übungen geführt. So ziehe ich das Training voll durch. Ich habe bis jetzt die Hälfte der Therapie gemacht. Ohne Caspar hätte ich es nicht so konsequent geschafft. Das Programm hat mir wirklich schon viel geholfen.

Frage: Ist die Technologie von Caspar einfach zu bedienen? Ist das Programm benutzerfreundlich?

Astrid Lübeck-Blasius: Ja, sehr. Das kann schon ein Kleinkind bedienen und wenn ich 80 Jahre alt wäre, könnte ich das wohl auch noch. Man muss nur den Code eingeben, den man bekommen hat, und man muss ein Passwort festlegen. Das kann jeder.

Frage: Haben Sie das Gefühl, dass sie mit Caspar schneller gesund werden als wenn sie immer ambulant zum Therapeuten gehen müssten?

Astrid Lübeck-Blasius: Ich bemerke einen deutlichen Fortschritt. Zuerst habe ich nur im Rollstuhl gesessen. Dann konnte ich mit zwei Stöcken gehen, dann mit einem. Und jetzt gehe ich schon ein paar Meter ganz ohne Stock - wenn das Wetter nicht gerade umschlägt. Das Training hilft mir wirklich viel. Sonst würde es nicht so loben. Das Programm ist wunderbar.

Frage: Nutzen Sie in der Bibliothek auch Themen für eine gesunde Lebensweise und gesundes Kochen?

Astrid Lübeck-Blasius: Ja, die Empfehlungen habe ich mir angesehen. Die Rezepte sind aber für eine magere Lebensweise angerichtet und ich möchte doch wieder zunehmen. Das Programm erklärt zudem auch Krankheitsbilder und gibt Hinweise auf die jeweils geeigneten therapeutischen Übungen.

Frage: Glauben Sie, dass sich die digitale Therapie in Zukunft weiter durchsetzen wird? Gibt es Bedarf?

Astrid Lübeck-Blasius: Ja, ich denke schon. Wenn man einmal angefangen hat, findet man Gefallen daran. Ohne Caspar ist es schwerer, zuhause einen Therapieplan durchzuhalten. Es ist als hätte man ständig einen Therapeuten an seiner Seite. Und das Sahnehäubchen ist das autogene Training. Das tut sehr gut und ich bin richtig glücklich, wenn ich alles geschafft habe.