„Caspar hilft uns Therapeuten, die Therapieerfolge unserer Patienten besser und langfristiger zu festigen“

von Andreas Nölting

Frage: Herr Apelt, Sie arbeiten in der Therapieleitung der ZAR Frankfurt. Wie hilfreich ist Caspar für Therapeuten?  Wie nutzen Sie das Online-Tool in Ihrem medizinischen Alltag?

Tommy Apelt: Caspar gibt uns Therapeuten die Möglichkeit, Patienten über den bestehenden Arbeitsbereich hinaus zu betreuen und bietet zudem eine Schnittstelle zu anderen Therapiebereichen. Jedem Therapeuten ist bewusst, wie wichtig interdisziplinäres Arbeiten für die Rehabilitation eines Patienten ist, doch leider sieht es im Arbeitsalltag meistens anders aus. Caspar setzt also an einem wichtigen Punkt an, verbindet die verschiedenen Therapiebereiche und sorgt dafür, dass Therapeuten besser und effizienter miteinander arbeiten. Caspar ist ein fester Bestandteil des therapeutischen Behandlungsprofils, auf dessen Grundlage unsere Patienten drei bis fünf Tage in der Woche trainieren. Jeder Therapeut stellt seinem Patienten ein individuelles Programm zusammen, das nicht nur aus Kräftigungsübungen besteht, sondern weit darüber hinaus geht. Caspar hilft uns, die Therapiekapazität zu erhöhen und somit auch erreichte Therapieerfolge besser und langfristiger zu festigen.

Frage: Wie wird Caspar von Patienten angenommen? Gibt es Widerstände? Verläuft die medizinische Genesung besser? 

Tommy Apelt: Viele Patienten möchten sich selbstständig und aktiv an ihrer Genesung beteiligen. Mit Caspar fühlen diese sich sicherer bei Ihren Eigenübungen und lernen ihre Fähigkeiten besser kennen. Natürlich gibt es Patienten, die zunächst skeptisch sind, weil sie in der Vergangenheit irgendwo negative Erfahrungen gemacht haben. Dann gibt es Patienten, die befürchten, sie müssten ein hohes technisches Verständnis aufbringen, um mit Caspar zu arbeiten. Wichtig ist also, wie ein Patient an Caspar herangeführt wird. Wenn ihm ein Arzt oder ein Therapeut die Erwartungen einer solchen Therapie erläutert und er dann noch die Einfachheit im Umgang mit Caspar erfährt, wird er positiv überrascht. Die Genesung ist natürlich von vielen Faktoren abhängig. Caspar ist auf etliche dieser Faktoren anpassbar und sorgt dafür, dass die medizinische Genesung besser verläuft. Natürlich spielt dabei die Kompetenz des Therapeuten weiterhin eine wichtige Rolle.

Frage: Wie setzen Sie Caspar in Ihrem Therapieplan ein? Halten Sie auch aus der Ferne per Caspar Kontakt zu Ihren Patienten?

Tommy Apelt: In unserem Zentrum bekommt der Patient zu Beginn seiner Reha einen Termin mit einem Therapeuten, der ihn in seinen Plan einweist. Dieser Plan ist auf das Therapieziel, das auch in den Einzelbehandlungen verfolgt wird, angepasst. Der Patient trainiert dann selbstständig mit Caspar und erhält nach etwa der Hälfte seines Aufenthalts einen weiteren Termin mit einem Therapeuten, der ihn bei seiner Therapie oder seinem Training begleitet und Fragen persönlich klärt. Jedem Therapeuten ist es möglich, zu jeder Zeit auf Caspar zuzugreifen und die Pläne des Patienten anzupassen. Da wir in unserem Zentrum mit mehreren digitalen Medien arbeiten - Therapeuten nutzen etwa Tablets - sind wir somit räumlich und zeitlich unabhängig. Wir können während oder direkt nach einer Einzelbehandlung den Plan des Patienten ergänzen oder anpassen. Möchte der Patient von zuhause aus mit Caspar arbeiten, ist es möglich über mehrere Funktionen in Kontakt zu bleiben. Zuerst wird im Programm selber eine Feedbackfunktion hinzu geschaltet, welche dem Patienten ermöglicht, sein Empfinden nach einer Übung an uns mitzuteilen. Der Patient bekommt direkt oder zeitnah Antwort auf seine Fragen. Natürlich befindet sich der Patient in dauerhafter Kontrolle unserer Therapeuten, denn Caspar gibt uns die Möglichkeit den Trainingsverlauf einzusehen. Wenn uns dann auffällt, dass ein Patient sein Training nicht weiter oder schlecht verfolgt, werden wir von uns aus mit ihm in Kontakt treten und das Problem mit ihm klären. Somit bekommt auch der Patient das Gefühl, er wird nicht allein gelassen.

Frage: Gibt es unter Ihren Kollegen Bedenken, durch die digitale Technologie ersetzt zu werden?

Tommy Apelt: Unter meinen Kollegen wird Caspar nicht als Konkurrenz angesehen, sondern mehr als Begleiter. Jeder Kollege ist sich seiner eigenen Fähigkeiten bewusst und erkennt, dass ihm durch Caspar mehr Möglichkeiten gegeben werden, seine Patienten besser zu versorgen. Wer Angst hat, von einer Technologie ersetzt zu werden, sollte lernen die Technologie zu verstehen und zu bedienen. Eine Software wie Caspar schafft zusätzliche Therapiekapazitäten. Wenn man Patienten, bei denen es darum geht, die erreichten Therapieziele zu festigen und stabilisieren, mit Therapien über Caspar abdeckt, bleibt mehr Zeit für Patienten, die eine intensivere Behandlung benötigen. Somit ist Caspar eine gute Alternative, den Fachkräftemangel in unserer Branche zu kompensieren.