Blog
Artikel

Sicher durch den Winter: Die Zukunft sind hybride Modelle

von Andreas Nölting am 10. November 2020

Reha zu Hause

Das Gesundheitsdenkwerk, die Paracelsus-Klinik und das medicos. AufSchalke berichten, warum digitale Lösungen unausweichlich sind.

Der Winter kommt, es wird kühler, das Wetter ungemütlicher. Was wie der normale Lauf der Gezeiten klingt, bedeutet für medizinische Einrichtungen wie ambulante oder stationäre Kliniken eine enorme Herausforderung - gerade in Tagen einer Pandemie. Wie können die Hygienevorschriften eingehalten, wie für ausreichend Lüftung in den Räumen und Abstand zwischen den Patient*innen gesorgt werden, ohne den medizinischen Betrieb zu sehr einzuschränken und Patient*innen oder Personal zu gefährden, fragen sich Ärzte und Ärztinnen, Therapeut*innen und Gesundheitsexpert*innen seit Wochen und entwickeln kreative Hygienekonzepte, mit denen sie in ihren Häusern einen sicheren medizinischen Betrieb im Winter garantieren wollen. 

Wir von Caspar Health haben uns in einigen medizinischen Einrichtungen umgehört und die Verantwortlichen gefragt, wie sie mit den Einschränkungen durch die Pandemie umgehen und welche Hilfe die Telemedizin dabei bieten könnte. Wir stellen Ihnen im Folgenden exemplarisch drei unterschiedliche Fälle vor, die aufzeigen, welche Antworten die Kolleg*innen vor Ort auf die Hygienevorgaben entwickelt haben, welche Rolle digitale Lösungen von Caspar in diesen Szenarien spielen und was wir alle aus den Maßnahmen lernen können.

Das Gesundheitsdenkwerk, Nürnberg

Sebastian Ullrich, Gründer und Geschäftsführer des Gesundheitsdenkwerks, kann sich noch gut erinnern, wie ihn und sein junges Unternehmen die erste Welle der Pandemie ausgebremst hat. Ullrich bietet kleinen und großen Firmen individuelle Gesundheitslösungen für deren Beschäftigte an – etwa mobile Massagen, aktive Pausen, Büro-Yoga, Gesundheitstage oder Arbeitsplatzanalysen. Seine Kolleg*innen und er kommen direkt in die Betriebe, um mit den Beschäftigten am Arbeitsplatz Maßnahmen umzusetzen. So der Plan. „Unser Geschäft lief gut an, doch dann kam die Pandemie und nichts ging mehr,“ erzählt Ullrich. Viele Firmen ließen keine externen Gäste mehr ins Unternehmen und stornierten daher seinen Service.

Dieser Schock brachte Ullrich und seine Kolleg*innen zur digitalen Gesundheitsförderung. Das Team baute in den vergangenen Monaten das Online-Angebot kontinuierlich aus und profitiert nun in der zweiten Welle der Pandemie von der Digitalisierung der Services. Es gibt jetzt Webinare, digitale Gesundheitskurse, App-basierte Gesundheitsförderung mit persönlicher Betreuung oder Work Out per Video – und der Service wird in den Unternehmen gut angenommen. Viele dieser Leistungen laufen über die Caspar-App, die mehr und mehr bei seinen Firmenkunden implementiert wird. Natürlich werde es in der betrieblichen Gesundheitsförderung weiter „menscheln“, meint Ullrich, die Face to Face-Angebote seien längst nicht abgeschrieben. Hybride Modelle seien im Trend, sagt der Jung-Unternehmer:“ Mit Caspar fühlen wir uns besser gerüstet, um unsere kleine Firma fit für die Zukunft zu machen und ökonomisch erfolgreich durch den Winter zu kommen.“

Paracelsus-Klinik, Scheidegg

Auf einem Plateau in 850 Meter Höhe zwischen den Allgäuer Alpen und dem Bodensee lässt es sich selbst in einem Krankenhaus mit 200 Betten durchaus entspannt arbeiten und genesen – wenn nicht die zweite Pandemie-Welle die Idylle störte. „Nun müssen wir wieder strenge Hygienevorgaben einhalten, Abstand halten, Mundschutz tragen, die Gruppen verkleinern und können unsere Kapazitäten nur zu 70 bis 80 Prozent auslasten,“ erzählt Chefarzt Dr. Holger Hass. Alle seine Patient*innen werden vor der Aufnahme auf das Virus getestet, überall im Haus gelten penible Hygieneregeln, die Therapie-Gruppengrößen werden den Regeln angepasst und selbst Briefträger*innen dürfen nicht mehr ins Haus.

Weitsichtig hatte der Mediziner Hass Caspar Health bereits getestet und mit der Implementierung der Software im Haus, der größten deutschen Klinik für Brustkrebs, begonnen: „Caspar kommt in diesen Zeiten gerade richtig. Die App hilft uns, das nicht so viele Therapien ausfallen, sie ist zeitgemäß wegen der Kontaktvermeidung und bietet zudem ein lernendes System.“ So werden nun in Scheidegg Vorträge und Seminare meist digital angeboten. Die Patient*innen brauchen dann nicht mehr gemeinsam in einem Raum sitzen, entgehen dem Infektionsrisiko und der Vortragsraum kann zusätzlich für die Therapie genutzt werden. Auch für die Schulung und Wissensvermittlung der Patient*innen wird Caspar eingesetzt. Chefarzt Hass persönlich digitalisiert seine Vorträge und richtet auf der Plattform digitale Therapien zum Thema Onkologie ein. Demnächst wird auch ein Caspar-Schulungsraum aufgebaut – dann können die Patient*innen lernen, wie sie nach der Entlassung von zuhause trainieren und so den medizinischen Erfolg nachhaltig steigern. Mit der Umsetzung der Digitalisierung sieht sich Hass voll im Trend: „Natürlich wird es in der Therapie weiter menscheln, direkte Kontakte zwischen Therapeut*innen und Patient*innen sind wichtig. Die Zukunft aber sind hybride Modelle. Caspar kann beide Welten gut kombinieren.“

medicos. AufSchalke, Gelsenkirchen

Für Nicolaus Hüssen und seine Kolleg*innen war der erste Lockdown im Frühjahr dieses Jahres eine Art Weckruf. „Wir glauben, dass Themen wie Maskenpflicht, Abstand und Belüftung dauerhaft relevant bleiben und haben uns daher intensiv Gedanken gemacht, wie wir unter diesen Bedingungen künftig weiter die gleiche Zahl an Patient*innen behandeln können, ohne die Hygieneregeln zu verletzen", sagt der Geschäftsführer von medicos.AufSchalke. Sein Haus gehört zu Nanz medico (ZAR), damit zum deutschlandweit größten Anbieter von ganztägig ambulanter Rehabilitation und arbeitet bereits seit einiger Zeit mit der Caspar-App. Rund 500 Patient*innen kommen pro Tag, dazu 1.000 weitere Besucher*innen – Menschenmengen, die die Einhaltung der Hygieneregeln zu einer Herausforderung machen. Eine der ersten Maßnahmen, die Hüssen mit seinen Kolleg*innen abstimmte, war die Entzerrung von Patient*innenströmen sowohl zeitlich als auch räumlich durch ein Zwei-Schichten-Modell. Die Orthopädie-Patient*innen werden nun in zwei Gruppen aufgeteilt, eine am Vormittag und eine am Nachmittag.

Ferner werden Elemente aus dem Reha-Plan genommen, die Patient*innen auch gut von zuhause lernen können – etwa Entspannung, Stressbewältigung oder Motivation. Die Patient*innen werden vorher mit der Caspar-App vertraut gemacht, wer kein Gerät besitzt, kann die Inhalte auch in einem Papier-Handout nachlesen. Durch die zeitliche Entzerrung und die Digitalisierung von Inhalten hat Hüssen Raumkapazitäten gewinnen und für die Behandlung von Reha-Patient*innen zur Verfügung stellen können. Die Rentenversicherung Westfalen als Federführer hat das Konzept für gut befunden und vergütet die digitalen Leistungen. Die Resonanz der Patient*innen auf Caspar sei „erstaunlich gut“, erzählt Hüssen. Sie nutzen die App auch gerne von zuhause, müssen sich nicht mehr in volle Räume setzen. Auch nach der Entlassung üben die Patient*innen häufig weiter mit digitaler Hilfe, weil sie die Berührungsängste verloren hätten. Dank Caspar kann Geschäftsführer Hüssen seine Kapazitäten weiter gut auslasten, sein Haus ist auch im Lockdown nahezu auf „Vor-Corona-Niveau“ und das Unternehmen arbeitet weiterhin wirtschaftlich. „Wir haben erreicht, was wir wollten“, freut sich Geschäftsführer Hüssen, „Caspar trägt dazu bei, dass wir unsere Wirtschaftlichkeit auch in Pandemie-Zeiten sichern können.“